Die Häkelmarke – myBoshi

Die Markenstrategie von myboshi

Unter einem Stricklieschen stellt man sich ja eigentlich eher ein graues (aber natürlich dennoch liebenswertes) Mäuschen vor, das am liebsten hinter seinen Stricknadeln in Deckung gehen würde. Da ist der Anblick dieser zwei Stricklieschen doch eher überraschend, aber Thomas Jaenisch und Felix Rohland geben offen zu: sie sind häkel-besessen.

Doch zwei häkelnde männliche Wesen machen noch keine Marken-Anekdote. Das erstaunliche an der Geschichte von Thomas und Felix ist jedoch, dass sie ihre Leidenschaft zur gewinnbringenden Geschäftsidee gemacht haben:

Angefangen hat alles auf einem Skilehrer-Ausflug im winterlichen Japan. Aus Mangel an einem aufregenderem Abendprogramm haben sich die zwei jungen Männer die langen und kalten Winterabende in Japan mit Häkel-Unterricht und ersten Selbst-Versuchen vertrieben. Eins führt zum anderen und… ein Marken-Märchen wird wahr! Denn aus der Beschäftigungstherapie gegen winterabendliche Langeweile wird myboshi – ein Unternehmen, das individuell angepasste (neudeutsch: ‚customized’) Mützen in der Masse herstellt.myboshi gruender 02-k

Seit der Gründung (2009) sind einige Jahre vergangen und schaut man sich seinem Umgebung mal etwas genauer um, so stellt man schnell fest: Strickware liegt im Trend! Und zwar nicht nur als modische Kopfbedeckung, sondern auch als Freizeitbeschäftigung!

myboshi logo farbig-kDoch wenn die Zielgruppe nun anfängt Wollmützen wirklich selbst zu stricken statt sie nur selbstgestrickt zu kaufen, ist das dann nicht schlecht für Hersteller wie myboshi?

Nicht für Thomas und Felix! Denn die beiden beweisen unter ihren Mützen Köpfchen: seit 2012 gibt es ihre Strickguides „mützenmacher“ und „mützenundmehr“ zu erwerben. Jeweils im Paket mit inbegriffen: myboshi-labels zum annähen an die individuell gefertigten Mützen. Es geht eben nichts über eine echte myboshi.

Und nicht nur das! Um die Erfolgsgeschichte abzurunden, hat das junge Unternehmen sein Produkt-Repertoire erweitert. Mittlerweile tragen auch bunt-fröhliche Häkelnadel-Sets und Wolle in sämtlichen Farbvarianten von Kürbis und Senf bis hin zu Neon-Pink das myboshi-Label.

So hat sich myboshi zum einem bemerkenswerten Allroundtalent entwickelt! Und zwar nicht nur auf dem Gebiet der Strickwaren, sondern auch  auf dem Gebiet der Markenarbeit.

Thomas und Felix haben es verstanden auf den aktuellen Trend zu reagieren:  statt sich das allgemeine Häkel-Fieber zum wirtschaftlichen Verhängnis werden zu lassen, profitieren sie davon! Die Marke nutzt ihre Bekanntheit bei den Fans der gestrickten Masche, um den Absatz der Strickguides zu fördern. Die Bücher steigern wiederum die Verkaufszahlen der Wolle. Und die myboshi-Labels sorgen schließlich dafür, dass die selbst gestrickte Ware kein No-Name-Produkt bleibt und sich stattdessen die Kunde über die coole Mützen-Marke schnell verbreitet.

Und wer nun noch an der Genialität dieser Strategie zweifelt, der soll doch einfach mal versuchen im Winter, in einem Textil-Geschäft seiner Wahl myboshi-Wolle zu ergattern. Denn die war aufgrund der großen Nachfrage vielerorts ausverkauft!

2 Kommentare

  1. janett66 sagt:

    also ich fand die myboshi-mützen zuerst super. doch leider hatten am schluss soviele menschen diese mützen, dass sie einfach nichts besonderes mehr waren. schadet das nicht auch einer marke? vom außenseiter zum mainstream – oder wie sagt man da?

    • admin sagt:

      Nun ja, das ist nachvollziehbar, dass einem ein Produkt nicht mehr gefällt, wenn es „jeder“ trägt/besitzt. Insbesondere, wenn man zu Beginn gerade das Besondere, Einzigartige daran schätzte. Doch welche Marke kann es sich schon erlauben, auf massenhaften Verkauf zu verzichten? Wenn es der Masse gefällt, warum nicht? Die Erstkäufer sind dann womöglich weg. Doch am Ende des Tages zählt leider oft nur der Gesamtumsatz.

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