Archiv für Interviews zum Thema Marke

Die Marke Alfons Schuhbeck – exklusives Interview

Herr Schuhbeck, schön dass Sie sich heute für uns Zeit nehmen. Zumal die Marke Schuhbeck ja zurzeit sehr gefragt ist…

Würden Sie sich denn selbst auch als ‚living brand‘ bezeichnen?

Ja, wenn ich es am Neid vieler Kollegen ermesse. Es lohnt sich also auch als Koch, seinen eigenen Weg zu gehen, statt Trends nachzulaufen.

Für was steht Ihrer Meinung nach heute die Marke Schuhbeck?

Dass Kochen Freude macht, Essen ein sinnliches Vergnügen ist und auch das vermeintlich Einfache gut sein kann. Ich finde auch die beiden Seiten meiner Speisekarte repräsentativ: Die eine heißt „Meine Gewürzwelt“, die andere „Mein Bayern“.

Das deutsche Fernsehen bietet seinen Zuschauern mittlerweile ja eine Vielzahl an Kochshows – und damit auch an neuen und jungen Fernsehköchen. Abgesehen von der Erfahrung, worin unterscheidet sich die Marke Schuhbeck maßgeblich von den jungen Nachfolgern?

Ich nehme an, dass mich die Fernsehsender nicht an meinem Alter und meiner Erfahrung messen, sondern an der Einschaltquote. Und die Zuschauer ertragen mich seit fast 30 Jahren vermutlich deswegen, weil ich mir die Leidenschaft beim Kochen, die Offenheit gegenüber sinnvollen neuen Entwicklungen und die Abneigung gegen alles Verkünsteln bewahre. Und sie merken mir offenbar an, dass ich einen Beruf habe, in dem ich jeden Tag anderen Menschen eine Freude machen kann.

Der Name Alfons Schuhbeck wird auch immer in Zusammenhang mit der bayerischen Küche genannt. Sehen Sie die bayerische Kochkunst denn als Teil Ihrer Markenidentität?

Ich erkannte in meinen jungen Jahren im oberbayerischen Waging, dass es dort wenig Sinn macht, mit der französisch geprägten großen kulinarischen Allerweltsoper Erfolg haben zu wollen. Ich sah meine Chance in der Alternative: die Rückbesinnung auf die regionalen Wurzeln, die Modernisierung traditioneller Rezepte, die Zubereitung regionaler Produkte in zeitgemäßer Leichtigkeit, saisongerecht, naturnah und herzhaft. Diese neue bayerische Küche machte mich populär und löste einen Boom der regionalen Küche in Deutschland aus. Dabei half mir beispielsweise auch der „Stern“, als er eine 32-teilige Serie mit mir machte.

Nicht viele Köche schaffen es mit bayerischer Kochkunst in der Haute Cuisine vertreten zu sein. Was machen Sie bzw. was haben Sie anders gemacht?

Als Koch kann man mit jeder Art Küche Erfolg haben. Man braucht dazu aber ein eigenes Profil. Man muss sich also am Beginn seiner Selbstständigkeit fragen: Was mache ich am liebsten, was kann ich am besten, was passt zu mir? Passen meine Vorstellungen zu den potenziellen Gästen und in die Gegend? Wenn ja, in welcher Atmosphäre muss ich es bieten? Mehr habe ich auch nicht gemacht, es war aber sicher sehr hilfreich, dass ich bei meiner Arbeit immer mit Herz und Seele Bayer war und blieb.

Schuhbeck in Gewuerzladentuer-k

Sie, die Marke Alfons Schuhbeck – ein Resultat gekonnter Selbstvermarktung oder eher ein Zufalls-Produkt?

Ich hatte zwar das Glück einer umfassenden und internationalen Kochausbildung, aber von Vermarktung war nirgendwo die Rede. Als ich dann schon mit Anfang 30 einen gastronomischen Betrieb mit Gourmet-Restaurant, Wirtshaus, Biergarten, Veranstaltungssaal und Bewirtung eines riesigen Campingplatzes führte, halfen mir meine Offenheit gegenüber allen Medien und ein siebter Sinn für PR. Ich kannte zwar damals dieses Bonmot von Paul Bocuse (Anmerk. der Redaktion: Der Franzose Paul Bocuse gilt als einer der besten Köche des 20. Jahrhunderts, er prägte u.a. die Nouvelle Cuisine entscheidend mit) noch nicht,beherzigte es aber schon: Jeder weiß, dass es den lieben Gott gibt, trotzdem werden jeden Sonntag die Glocken geläutet.

In der Markenwelt sind Sie ein gefragter Testimonial: McDonald’s, redcoon, als Menüentwickler in den ICEs der Deutschen Bahn… – wie schaffen Sie es bei diesen doch sehr unterschiedlichen Kooperationspartnern trotzdem noch ganz Marke Schuhbeck zu bleiben?

Ich bin erstens kein Trabrennpferd, das mit Scheuklapppen stur in seiner Bahn läuft, sondern bin lieber für den Parforceritt auf freier Wildbahn. Zweitens bleibt mir genug Zeit, jedes neue Gelände sorgfältig zu sondieren, weil ich keine Zeit mit Gewesenem und mit Dingen vertrödele, die ich nicht ändern kann oder die mich nichts angehen.

Verwehren Sie manchen Marken auch das ‚Qualitätssiegel Schuhbeck‘?

Ein heikles Thema. Mir wird mancher Sündenfall angekreidet – aber vor allem von Leuten, die nicht genau hinhören und hinschauen. Ich bin da aber mit mir selbst jetzt im Reinen: Auf Wünsche potenzieller Partner reagiere ich so flexibel wie möglich, aber ich köche kein Süppchen, das ich nicht selbst essen würde. Geld, das Kopfschmerzen macht, bereichert nicht.

Sie sind nicht nur als Testimonial mit Ihrer Marke unterwegs. Sie haben auch eine Menge Produkte (neben unzähligen Kochbüchern) und Projekte, die unter ihrem Namen laufen: Gewürze, den Schmankerl Shop, eine Eisdiele… Haben Sie denn nich genug Zeit übrig um Ihrer Leidenschaft, dem Kochen, nachzugehen?

Ja, jeden Tag. Denn ich bin ja zum Kochen, Probieren und Abschmecken unterwegs, ob beim Fernsehen, mit dem FC Bayern oder auf gastronomischen Messen.

Was glauben Sie: Was macht Ihr Image in der Öffentlichkeit so vielfältig und für so viele Marken einsetzbar?

Vielleicht dies: Ich bin ein positiver, optimistischer Mensch und ein typischer Münchner des „Leben und leben lassen“. Ich fremdele nicht vor Publikum und habe möglicherweise etwas von jenem bayerischen Charme, dem sich selbst Preußen nicht entziehen können.

Was sind Ihre nächsten Projekte? Wo dürfen wir die Marke Alfons Schuhbeck als nächstes entdecken?

Vielleicht bei einer bayerischen Interpretation der Tapas Bar, also einfacher kleiner Schmankerl, die gesünder als Fast Food sind, ohne gleich viel zu teuer zu sein. Sicherlich beim Thema Gewürze, das mich nach der modernen Regionalküche als zweite große Liebe meines Kochlebens nicht mehr loslassen wird. Und außerdem bei dem Bemühen den Menschen in einer immer aggressiver, kompliziertes und pessimistischer werdenden Welt noch Freude zu machen.Alfons Schuhbeck Portraet

Auf welches Ihrer vielen Projekte. Produkte, Bücher…  sind Sie ganz besonders stolz und warum?

Wenn man anfängt stolz zu sein, hört man auf innovativ zu bleiben. Stolz bin ich allenfalls darauf, dass ich in meinem Beruf weiterhin die Chance habe, etwas Neues tun zu können. Es ist doch schön, wenn man morgens nicht mit dem Gestöhne aufsteht, die Pflicht ruft, sondern mit dem Gefühl, du hast heute wieder alle Möglichkeiten, anderen eine Freude zu machen.

Interview mit Julia Sigursteindotir: Markenwerte in der Touristik

Steckbrief:

Markenname: Katla Travel

Markenclaim: Dein schönes Island.

Gründungsjahr: 1997

Anzahl der Mitarbeiter (in Deutschland): 8

Kernzielgruppe: Alter 30-65, Familien/Ehepaare, naturverbunden, Traumerfüllung, Suche nach dem Besonderen, Gebildet, Berufstätige mit mittlerem bis hohem Einkommen

Webseite: www.katla-travel.is

Alleinstellungsmerkmal: Islandreisespezialist, individuelle Reiseberatung

 

1. Frau Sigursteindotir, wofür steht der Markenname Katla Travel?

Katla Travel lässt vielleicht nicht sofort darauf schließen, dass sich ein Islandreisespezialist hinter unserer Marke verbirgt. Doch im Zusammenhang mit dem Claim „Dein schönes Island“ stellt er eine eindeutige Kombination dar. Islandkenner verbinden den Namen sofort mit Natur und Naturgewalten: Vulkane – sie gehören zu den markanten Naturhighlights des Landes und haben zur Entstehung der Insel beigetragen. 

2. Hat sich das Image Ihrer Marke seit Gründung verändert?

Seit der Gründung steht der Gedanke der individuellen Beratung als Islandspezialist im Vordergrund. Über die Jahre wurde diese Kernbotschaft immer stärker umgesetzt und auch kommuniziert. Wir betonen, dass wir über umfassende Fach- und Landeskenntnisse, sowie persönliche Leidenschaft für das Reiseland Island verfügen.

Wir erhalten sehr positives Feedback von unseren Kunden – sowohl in der Phase der Reisevorbereitung, als auch nach der Reise. Und auch unsere Partner vor Ort, bestätigen unsere erfolgreiche Zusammenarbeit. Das zeigt uns, dass der Name Katla Travel mit einem sehr guten Image verbunden ist.

3. Was denken Sie persönlich, wie wichtig ist das Thema Markenimage für den Absatz von Urlaubsreisen?

Besonders bei Reiseländern mit hohem Beratungsbedarf entscheiden die potentiellen Reisenden hauptsächlich danach, wie interessant ein Unternehmen erscheint, wie  kompetent die Mitarbeiter sind und ob das Unternehmen in der Umsetzung halten kann, was es verspricht. Emotionale Erlebniswerte spielen ebenfalls eine große Rolle. Deswegen setzen wir auf den Claim „Dein schönes Island“  – der spricht den Kunden direkt an.

4. In der Touristik-Branche ist es oft schwer sich durch einen erkennbaren Produktvorteil von der Konkurrenz abzusetzen. Insbesondere bei Produkten, die durch den Kunden einfacher vergleichbar geworden sind. Denken Sie, dass in der finalen Entscheidung das Image einer Marke Einfluss hat? Wenn ja, welchen und warum?

Auch hier kann das Image der Marke Einfluss haben, besonders dann wenn der Kunde sich „gut aufgehoben“ fühlt und seine Erwartungen erfüllt werden. Eine Marke verspricht professionellen und freundlichen Serviceund das sollte sie dann auf jeden Fall auch einhalten.

Vielen Dank für das Interview! „Kærar þakkir fyrir viðtalið“

Die wildefreunde Werbeagentur aus München ist bereits seit über 7 Jahren ein treuer Begleiter der Marke Katla Travel. Wir haben sowohl das Logo wie auch den Katalog einem Relaunch unterzogen.

Interview mit Dietmar Gunz: Markenwerte in der Touristik

Ein Interview mit Dietmar Gunz, Gründer und Geschäftsführer von Deutschlands viertgrößtem Reiseveranstalter – der FTI GmbH mit Sitz in München.

 

Herr Gunz, bei Ihrem Markenauftritt fällt auf, dass Sie sich gegen den Einsatz eines Markenclaims entschieden haben. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Mit einem Claim präsentiert die Marke eine Kernbotschaft. Und das schränkt ein. Außerdem ist der Aufwand ist (zu) hoch um einen Claim wirklich erfolgreich zu transportieren, kommunizieren und emotional aufladen zu können.

Der Verzicht auf einen Markenclaim heißt jedoch nicht Verzicht auf Markenwerte. Für was steht Ihre Marke?

Die Marke FTI steht für verlässliche Qualität, das beste bzw. ein faires Preisangebot und eine gelebte Partnerschaft mit dem Handel. Sowohl in der Kommunikation mit dem Endkunden, als auch mit Handelspartnern legen wir Wert auf einen unkomplizierten und serviceorientierten Umgang. – Allerdings liegt der Focus der Marke FTI vor allem auf dem B2B und nicht auf dem B2C-Bereich.

Herr Gunz, im Jahr 1983 haben Sie das Reise-Unternehmen Frosch Touristik GmbH gegründet. Welche Ziele haben Sie damals für Ihre Marke festgelegt?

Markenziele habe ich mir damals eigentlich gar keine gesteckt. Für mich war es damals nur entscheidend einen Firmennamen zu finden, den die IHK bereit war einzutragen.

Hat sich das Bild/Image Ihrer Marke seit Gründung verändert? Wenn ja, wohin und wodurch?

FTI_4c_kleinDie Marke FTI ist erst 1996 entstanden. Das waren ganze 16 Jahre nach der Gründung der ersten Marke und der heutigen Spezialmarke – lal Sprachreisen – und 13 Jahre nach der Gründung von Frosch Touristik. FTI seht für Frosch Touristik International. Die internationale Ausrichtung bildet wohl die wichtigste Veränderung in der Markengeschichte und wirkte sich auch auf das Bild der Marke aus.

Die Veränderung kam mit der Zeit: sie war ein logischer und vielleicht auch notwendiger Schritt angesichts der Entwicklungen des Geschäftes und der Notwendigkeit transparent und verständlich zu sein.

Heute ist FTI als internationale Ausgabe Marke einer Touristik Holding und zugleich auch die Hauptmarke des Konzerns, unter der weitere Spezialmarken vereint sind.

Sie als Gründer: Wie viel von Ihrer Persönlichkeit steckt im Markenkern? Und inwieweit ist Marke immer auch ein persönliches Projekt des Gründers?

Ich würde sagen, im Markenkern steckt gar keine Persönlichkeit mehr von mir. Bei der Markenführung geht es heute nur noch um Praktikabilität, Verständnis und Kommunizierbarkeit der Markewerte. Persönliche Einstellungen und Ziele des Gründers sind da fehl am Platz.

Was denken Sie persönlich, wie wichtig das Thema Markenimage für den Absatz von Urlaubsreisen ist?

Beim Thema Markenimage ist zwischen Handel und Endverbraucher zu unterschieden. Für den Kunden sind die Marke des Produktes und damit auch das dazugehörige Image  sehr wichtig – allerdings erst an 2. Stelle hinter dem Preis. Die Marke des Reiseveranstalters ist dagegen eher weniger wichtig – denn Reiseveranstalter sind austauschbar.

In der Touristik-Branche ist es schwer sich durch einen wirklichen Produktvorteil von der Konkurrenz abzusetzen. Denken Sie, dass eine positiv besetzte und bekannte Marke beim Kunden einen höheren Buchungsanreiz bewirkt?

Auf jeden Fall. Das Merkmal „Positiv besetzt“ ist so zu sagen die Grundvoraussetzung, damit ein gutes Produkt vom Endkunden gebucht wird und vom Handel empfohlen wird.

Von Anfang an stand Ihre Marke auf Expansionskurs. Das Problem daran: Großveranstalter konterten Ihre Preisofferten mit Leichtigkeit. Kann Ihrer Meinung nach, am Ende nur die preiswerteste Marke den Konsumenten überzeugen?

Der Preis spielt eine entscheidende Rolle bei der Überzeugung des Kunden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass unterschiedliche Touristik-Marken dem Kunden oftmals sehr ähnliche und daher austauschbare Hotel- und Flugangebote bieten. Die Vergleichbarkeit ist somit leicht.

Wie kann sich eine ‚kleine’ Marke mit ca. 2500 Mitarbeitern überhaupt gegenüber den Großveranstaltern TUI und Neckermann behaupten?

‚Kleine’ Marken können sich gegenüber den ‚Großen’ behaupten, indem sie Vorteile wie ein kundenfreundliches Preis-Leistungsverhältnis, gute Beziehungen zum Handel und eine kontinuierliche Produktoptimierung – im Falle von FTI wären das zum Beispiel Verbesserung der Flugzeiten, Stärkung der Regionalität, Attention to Detail und der Ausbau von persönlichem Service – schaffen.

FTI ist mittlerweile, trotz kleinem Werbebudget, auch bei den Endkunden bekannt. Wissen Sie genau wie Ihr Kunde die Marke FTI wahrnimmt?

Nein, wir messen die Bekanntheit unserer Marke nicht. Stattdessen orientieren wir uns an einer anderen Zahl zur Messung des Erfolgs von FTI: über 3 Millionen Kunden reisen pro Jahr mit einem Produkt von FTI und machen Erfahrung damit.

Erst in diesem Jahr sind Sie mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden zum viertgrößten Reiseveranstalter Deutschlands. Was glauben Sie, ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Ich denke nicht, dass es ein Geheimnis für Erfolg gibt. Vielmehr setzt FTI auf Kontinuität und ständige Weiterentwicklung in der Unternehmensarbeit.

Zum Thema Markenarbeit: Wer übernimmt die Markenarbeit im Unternehmen? Ist für Sie, Marke eine Sache der Chefetage oder des Marketings?

Markenarbeit ist definitiv Chefsache.

Verraten Sie uns Ihren Markenkern?

Vertrauen in das Wesentliche.

Die FTI Touristik hat mittlerweile erfolgreich expandiert und ist Dachmarke für einige Tochtergesellschaften. Unter anderem die Luxusmarke Gold oder der Sprachreisenveranstalter lal. Ein Unternehmen, aber völlig verschiedene Marken: Wieviel „Markenimage“ von FTI schwingt in den jeweils anderen Marken mit? Und ist das immer positiv?

Die Zugehörigkeit zur FTI-Gruppe wird immer mitkommuniziert und ist somit auch fester Bestandteil der einzelnen Spezialistenmarke. Diese Verbindung halte ich für sehr positiv, denn das Mitschwingen der Dachmarke schafft Vertrauen.

Welchen Einfluss haben „X-Veranstalter“ auf das Markenempfinden und Markenwert in den Köpfen der Kunden und Expedienten genommen?

Ich denke, dass die X-Veranstalter etwas Verwirrung in den Köpfen der Kunden schaffen. Und dennoch denke ich, dass sich dieses Problem von selbst lösen wird, denn ich halte X-Veranstalter für eine Zeiterscheinung, die sich wieder legen wird.

Welchen Anteil hat die FTI Group Tochter sonnenklar.tv für die Markenarbeit von FTI? Und warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?

Im Reiseshoppingsender sonnenklar.TV sehe ich eine gute Methode um bestimmte nachfrageschwache Saisonzeiten aktiv zu bewerben und um dort Nachfrage zu schaffen, wo keine natürliche Nachfrage besteht.

Auf der Unternehmenswebseite verweisen Sie unter anderem stolz auf die Ökobilanz und die vortreffliche soziale Komponente in ihrem neuen Gebäude-Komplex. Wie wichtig sind solche Dinge für einen erfolgreichen Markenauftritt beim Endkunden / Reisebüro / Fachpresse? Achten Sie hier auf ein ganzheitliches Konzept und hat das Einfluss auch auf andere Aktivitäten/ Entscheidungen?

Ich denke, für den Markenauftritt sind diese Dinge nur indirekt wichtig. Vielmehr denke ich dabei an die Mitarbeiter der Marke: denn sie und ihr dazugehöriger Arbeitsplatz sind ausschlaggebende Faktoren für die Qualität der Arbeit und die Bereitschaft zu gutem Service.

1998 befand sich FTI in der Krise: zunächst wurde ein Drittel von FTI an MyTravel verkauft, 2002 wurde der Konzern vollständig von MyTravel übernommen. Sie und Ihre Partner Thuesen und Turan Jenei haben sich in dieser Zeit aus dem Unternehmen zurückgezogen. Hat sich in dieser Zeit unter der fremden Leitung auch die Marke verändert?

Durch die Führung unter fremder Hand hat das Unternehmen an Vertrauen verloren – oder zumindest fühlt es sich so an.

2003 haben Sie dann das Unternehmen FTI Touristik für den symbolischen Wert von einem Pfund zurück erworben. Was bedeutete Ihnen das ganz persönlich?

Ich hatte das Privileg, dass unser Einsatz für die Marke FTI auch mit ein bisschen Glück belohnt wurde.

Die Marke FTI gibt es seit 1983; ihren Platz auf dem Markt hat sie schon lange etabliert. Doch welchen Einfluss nehmen gesellschaftliche Trends auf die Marke? Beispielsweise werden heute die meisten Reisen online gebucht.

FTI ist überall dort, wo der Kunde ist. Auf dieses spezielle Beispiel bezogen, heißt das: Es gibt keinen Unterschied zwischen On- und Offline-Angeboten. Wir verkaufen auch im digitalen Zeitalter weiterhin Reisen an unsere Kunden.

Herr Gunz, herzlichen Dank für das Interview und die interessanten Einblicke in das Markenmanagement der FTI GmbH.

Die wildefreunde Werbeagentur aus München ist seit über 20 Jahren sehr stark mit der Touristik verbunden. Vor ca. 20 Jahren haben die Geschäftsführer Susanne Schmitz und Robert Gampe bei FTI Ihre Kreativkariere begonnen. Wir haben eine Menge  Katalogkonzepte entwickelt und einige unserer Neuerungen wurden von der Branche kopiert. Wir haben die Marke FTI einige Jahre auch als externe Kreative begleitet.

Interview mit Frank Straka: Markenwert in der Touristik

Unser Interview zum Thema „Markenwert in der Touristik“

Markenname: Mediplus

Markenclaim: Ihr Reisepartner für gesunde Erholung

Gründungsjahr: 2001

Anzahl Mitarbeiter in Deutschland:80

Kernzielgruppe: Best Ager (55-75 Jahre)

Webseite: www.mediplusreisen.de

Interviewpartner: Frank Straka war von 2008 bis Ende 2012 Bereichsleiter Vertrieb, Marketing und PR. Wir danken für das Interview.

Für was steht Ihre Marke:

Reisen für eine wohlsituierte Zielgruppe von Menschen zwischen 55-74 (Best Ager) die sich im Urlaub um eine Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes bemühen oder einen altersgerechten Urlaub verbringen möchten

Hat sich das Bild/Image Ihrer Marke seit Gründung verändert? Wenn ja, wohin und wodurch?

Das Image von Mediplus hat sich von einem reinen Gesundheitsreiseveranstalter hin zum Spezialisten für Best-Ager Urlaub entwickelt. Schuld daran ist eine konsequente Bildsprache zu diesem Thema..

Was denken Sie persönlich, wie wichtig das Thema Markenimage für den Absatz von Urlaubsreisen ist?

Das Markenimage ist extrem wichtig für den Absatz von Reisen im Reisebüro bzw. für den Verkauf hochwertiger Produkte. Der gesamte preis-aggressive Anzeigenvertrieb bzw. Discountvertrieb ist vollkommen unabhängig von einer Marke.

In der Touristik-Branche ist es oft schwer sich durch einen erkennbaren Produktvorteil von der Konkurrenz abzusetzen. Insbesondere bei vergleichbaren Produkten. Denken Sie, dass in der finalen Entscheidung das Image einer Marke Einfluss hat?

Marke signalisiert dem Kunden eine Sicherheit, gerade bei einem nichtmateriellen Gut, wie der Dienstleistung Reise, wo er nur ein Leistungsversprechen kauft und ihn darin bestätigt dass seine Entscheidung richtig war. Andererseits führt die Marke bei den Kunden eine kaufentscheidung bei, die sich von anderen Kunden abheben möchten. „Ich reise mit xyz, nicht mit irgendeinem „noname Veranstalter“, auch wenn der das gleiche Hotel anbietet.

Welchen Einfluss haben „X-Veranstalter“ auf das Markenempfinden und Markenwert in den Köpfen der Kunden und Expedienten genommen?

In den Köpfen der Kunden finden n.M.E. X-Veranstalter in den seltensten Fällen als Marken statt – als Ausnahme mag JT angesehen werden – alle anderen haben eher dazugeführt, dass die Markenwerte der klassischen Veranstalter gestärkt wurden.

Wer übernimmt die aktive Markenarbeit im Unternehmen?

Bei Mediplus übernehmen Geschäftsführung und Marketingleitung gemeinsam aktiv die Markenarbeit.

Herzlichen Dank Herr Straka für das Interview!

Die wildefreunde Werbeagentur aus München ist seit über 20 Jahren sehr stark mit der Touristik verbunden. Viele Katalogkonzepte, Markenrelaunches,  Reisebürokampagnen/Dekos wurden von unserem Team erfolgreich für Großveranstalter, wie auch Spezialisten umgesetzt.

 

 

Interviewpartner gesucht

In dieser Rubrik finden Sie interessante Interviews mit Markeninhaber und Markenprofis. Wir entdecken spannende Positiv- wie Negativbeispiele, gehen dem Markenimage auf den Grund und hinterfragen, wie dieses Image erreicht wurde.

Sind auch Sie ein Markeninhaber oder ein erfahrener Markenprofi und wissen worauf es ankommt? Stellen Sie sich uns als Interviewpartner zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.