Personenmarke Alfons Schuhbeck – zwischen Starkoch und bayerischem Urgestein

redcoon, McDonald’s, die Deutsche Bahn… Alle wollen sie nur ihn – als Testimonials für ihre Produkte. Für das Online-Elektro-Versandhaus redcoon stellt Schuhbeck die Verkörperung von Fachkompetenz und Qualitätsanspruch dar, für die Fast-Food-Kette die perfekte Vermittlung von authentischem, bayerischen Hüttenflair und das Verkehrsunternehmen versucht die Bahnreisenden mit Schuhbecks (Stern)Kochkünsten ins Board-Restaurant zu locken. Das alles zeigt: der 64-Jährige versteht sich darauf, sich selbst zu vermarkten. Er ist eben eine echte Marke!

Wer zu Abergaluben tendiert, könnte bei der Schilderung des Lebenslaufes denken, dass  Schuhbecks Karriere als Koch von den Sternen so gewollt war. Denn von klein auf ist er weder ein Schuhbeck noch Herd-affin. Stattdessen will Alfons Karg – wie er ursprünglich heißt – eigentlich Fernmeldetechniker werden und nebenbei mit seiner Band „Die Scalas“ etwas abrocken. Doch bei einem Band-Auftritt am Waginger See wird Sebastian Schuhbeck auf den jungen Mann aufmerksam und bringt ihn dazu, eine Ausbildung als Koch anzufangen. Von da an nimmt die Erfolgsgeschichte ihren Lauf: Sebastian adoptiert den aufstrebenden Alfons. Der wiederum übernimmt zuerst den Namen Schuhbeck und einige Jahre später dann auch das adoptiv-väterliche „Kurhausstüberl“ am Waginger See.

Alfons Schuhbeck im Gewürzeladen

Der Erfolg des Gasthauses ermutigt den Starkoch schließlich dazu, sein kulinarisches Reich zu vergrößern: mittlerweile besitzt er zwei Restaurants, eine Bar, eine Eisdiele, ein Schokoladengeschäft, einen Tee- und Gewürzladen sowie eine eigene Kochschule.

Nicht viele Köche schaffen es mit bayerischer Kochkunst in der Haute Cuisine vertreten zu sein.

Aber Schuhbeck zeigt, dass die bayerische Küche mit mehr aks nur dem Adjektiv „deftig“ charakterisiert werden kann. Heute steht die Marke Schuhbeck für Genuss, hochwertige, frische Produkte garniert mit einer großen Menge an ursprünglicher bayerischer Lebensart. Ein ‚ausgezeichnetes‘ Erfolgsrezept: der Sterne-Koch wurde unter anderem mit einem Michelin-Stern und drei Hauben von GaultMillau geehrt.

Bei allem Erfolg bleibt die Kritik an der Marke Schuhbeck aber nicht aus. Vor allem aufgrund seiner Auftritte als Testimonial muss sich der Sternekoch einige Seitenhiebe gefallen lassen. Dass er als Frische-Zutaten-Fetischist ein 365-kcal-pro-100-g-Produkt für eine Fast-Food-Kette entworfen hat, bemängeln die einen. Dass er in einem Spot für ein Unternehmen auftritt, das für die Botschaft „So viel billig gabs noch nie“ einsteht, werfen ihm die anderen vor.

Eine ‚living brand‘ zu sein ist eben kein leichter Job. Auch der Starkoch weiß, dass ihm so mancher Sündenfall angekreidet wird. Seiner Meinung nach aber vor allem von Leuten, die nicht genau hinhören bzw. -schauen. Für uns Grund ihm einmal ganz genau zuzuhören…

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