Tag Archiv für Markenauftritt

Marke Lufthansa setzt auf deutschen Perfektionismus

Der Franzose an sich ernährt sich – wie jeder weiß – hauptsächlich von Rotwein, geht eigentlich nie ohne Béret auf dem Kopf und Baguette in der Hand aus dem Haus und er grantelt gerne. Vor allem über die Deutschen.

Und welche Klischees hat der Franzose so im Kopf?

In der neuen TV-Kampagne der Marke Lufthansa bestätigt sich dieses stereotype Bild des gemeinen Franzosen zwar nicht ganz, aber sie setzt auf mindestens eben so schöne Klischees… nur eben aus französischer Sicht und über „diese Deutschen“.

Im Mittelpunkt des aktuellen Spots steht die Geschichte des Schauspielers Fabrice Michel, der in seiner Rolle als mürrischer Franzose sozusagen sich selbst spielt. – Zumindest was die Nationalität anbelangt.

Das Werbepausen-Publikum wird zum stillen Beobachter seines Abreisetages – vom Weckruf im Hotel bis hin zum Essens-Menü an Board. Dabei werden sowohl der Reisende, als auch der Zuschauer mit Klischees vom Feinsten konfrontiert: Der Bring-Service zum Flughafen? – So pünktlich. Das Einchecken am Flughafen? – So perfekt organisiert. An Board im Fluzeug? – So viel Qualität überall.

Alles Eigenheiten, die zum Thema „typisch Deutsch“ schon oft gehört wurden. Und auch der leicht spöttische Ton des Franzosen in diesem Zusammenhang überrascht nicht. Nur das Ende des Spots bringt dann doch eine überraschende Botschaft: „Dieser ständige Perfektionismus: Fantastique.“ 

Aber sehen Sie am besten selbst:

„Made in Germany“ – ist Herkunftsbezeichnung und Gütesiegel zugleich; sowie ein Ruf der deutschen Produkten weit über die Grenzen unseres Landes vorauseilt.

Zwar produziert die Marke Lufthansa nicht unbedingt ein deutsches Export-Produkt, sondern bringt vielmehr Fluggäste länderübergreifend von Ort zu Ort.

Dennoch hofft der Luffahrt-Konzert vom deutschen Qualitätsimage profitieren und so seine Serviecqualität herausstellen zu können: „Das Bild der perfekten Deutschen ist auf der ganzen Welt bekannt. Mit diesen typisch deutschen Tugenden zu spielen, war ein naheliegender Gedanke, um die Deutsche Lufthansa zu inszenieren“, so Christian Kroll, Leiter Kreation Art bei der verantwortlichen Kreativagentur Kolle Rebbe.

Klischees: Ja. Typisch: Nein.

So typisch die Klischees sind, die im TV-Spot von Lufthansa präsentiert werden, so untypisch ist diese Art des Markenauftritts für das Unternehmen: Seit 12 Jahren stellt „Diese Deutschen“ nämlich den ersten Werbe-Film dar, der keine eindeutige Produktbotschaft kommuniziert.

Stattdessen lautet das vorgegebene Ziel: Stärkung des Markenimages. – Der Markenclaim „Nonstop you“ soll inhaltlich und emotional aufgeladen und seine Bekanntheit unter Geschäftsreisenden und Privatpersonen gleichermaßen gefördert werden (gelesen bei kolle-rebbe.de).

Was denken Sie? Funktioniert die Image-Strategie dieser deutschen Lufthansa?

 

Sein oder nicht Sein – auch im B2B

Liebe Leser,

wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der folgende Beitrag nicht für Unternehmer geeignet ist, die auch weiterhin ein tristes und unscheinbares Dasein im B-to-B-Bereich fristen wollen.

Falls Sie jedoch nicht in diese Kategorie fallen oder nicht fallen wollen, liefern wir Ihnen im Folgenden drei gute Gründe, warum das Thema Marke auch für Sie als Business-to-Business-Unternehmen wichtig sein sollte.

Grund 1: Marke ist mehr als nur Werbung!

Starke Marken – Sie denken dabei an Nivea, BMW und Mercedes? Doch was ist mit Metabowerke, CPA Systems oder dataTec? Auch diese mittelständische Unternehmen zeichnet eine exzellente Markenführung aus. Die Gleichung ‚Je bekannter ein Unternehmen, desto stärker die Marke’ ist eben nicht allgemeingültig. Und dennoch tendieren vor allem B2B-Unternehmen zu dem Denken, dass sich die zeitliche und finanzielle Investition in einen Markenauftritt nicht auszahlt.

Aber der Begriff Marke steht für mehr, als aufwendige und teure Werbekampagnen, die ein Unternehmen in das Rampenlicht der Öffentlichkeit bringen sollen. Marke steht für die nachhaltige Überzeugungsarbeit, die ein Unternehmen oder ein Produkt gegenüber dem Kunden leistet. Und letztendlich führt nur eine überzeugte Zielgruppe zu wirtschaftlichem Erfolg. Selbst wenn es sich bei der Zielgruppe um ein ganzes Unternehmen handelt.

Grund 2: Sie haben ein gutes Produkt? Dann stehen Sie auch dazu!

Gerade im B-2-B-Bereich denken viele Unternehmer, dass eine qualitativ hochwertige Leistung ausreichend ist für den wirtschaftlichen Erfolg. Doch eben weil Sie mit Ihrem  Unternehmen für gute Leistung stehen, sollten Sie auch Wert auf eine ebenso gute Markenführung legen. Denn ein gutes Produkt allein bringt noch keine Kaufentscheidung!

Zugegeben: eine Marke im B-to-B-Bereich hat andere Anforderungen zu erfüllen, als eine Marke im B-to-C-Bereich. In der Kommunikation zwischen Unternehmen und Endkunde wird verstärkt auf den Aufbau eines attraktiven Markenimages gesetzt, das heißt ein Produkt wird mit emotionalen Begleitgefühlen aufgeladen. Handelt es sich sowohl bei Händler und Käufer um ein Unternehmen, so sollte bei der Markenbotschaft die Qualität des Produktes im Vordergrund stehen. Denn Geschäftsführer lassen sich in Ihren Entscheidungen selten vom Gefühl leiten. Aber ein starkes Nutzenversprechen kann die Grundlage für einen erfolgreichen Markenauftritt bilden.

Denn eine Marke stellt Ihr Produkt nicht in den Hintergrund. Im Gegenteil! Sie schafft es Ihrem Produkt die Anonymität zu nehmen: Das Corporate Design verleiht Ihrem Produkt ein Gesicht, die Corporate Language eine Stimme und mit der Markenbotschaft können Sie Ihren Kundenstamm oder auch Neukunden gezielt ansprechen. Durch einen konzeptionellen Markenauftritt können Sie sich mit Ihrer Leistung somit im wörtlichen Sinne einen Namen machen!

Grund 3: Marke ist eben doch ein bisschen Werbung

Und ein solch gute Reputation bringt noch einen weiteren Vorteil: sie stellt jede noch so hochglänzende Print-Anzeigen-Kampagne in den Schatten. Denn zufriedene Kunden sind immer noch die beste Werbung! Vor allem, wenn es darum geht rational abwägende Geschäftsführer von Ihrer Produktleistung zu überzeugen.

 

Mehr Mut im B2B

Nur Mut! – warum auch B2B-Unternehmen auf einen kreativen Markenauftritt setzen dürfen

Wir befinden uns im Jahr 2012 n. Chr. Die ganze Markenwelt buhlt um die Aufmerksamkeit des Kunden. Die ganze Markenwelt? Nein! Eine von unbeugsamen BtoB-Unternehmen besetzte  Sparte hört nicht auf diesem Trend Widerstand zu leisten…

Und dabei könnte gerade in der zwischenunternehmerischen Kommunikation kreative Werbung ein wahres Zaubermittel für langfristigen Markenerfolg darstellen. Denn viele BtoB-Unternehmen verzichten bis jetzt noch gänzlich auf einen Markenauftritt oder versteifen sich im besten Falle auf eine informationsüberlastete und unpersönliche Version davon. Fast scheint es so, als würden sich Viele BtoB-Unternehmen schier nicht trauen der Zielgruppe Ihre Markenbotschaft auf einem kreativen Teller zu servieren. Und dabei könnte man Entscheidern und Geschäftsführern auf eben diese Weise eine Zusammenarbeit so schmackhaft machen.

Andere Länder, andere Sitten.

Dabei scheint die Emotionslosigkeit der B2B-Markenprodukte hauptsächlich ein deutsches Phänomen zu sein. Außerhalb der deutschen Grenzen ist man längst einen Schritt weiter. Zum Beispiel der US-amerikanischen Konzern GE. Der stellt mit seinem TV-Spot für Frühchen-Brutkästen unter Beweis, dass er seinen Claim „imagination at work“ ernst nimmt. Denn die Marketingabteilung hat über den Tellerrand der eigenen Gewohnheiten hinausgedacht und einen ziemlich emotionalen Werbefilm entwickelt (vgl. http://www.youtube.com/ge).

Für manche schon zu emotional.

Geschmäcker sind eben verschieden. In jedem Fall zeigt das Beispiel aus Übersee aber eine innovative Richtung auf, wohin der Weg von BtoB-Marketing führen könnte… Denn eine emotionale Markenführung muss nicht automatisch heißen, dass ein Image-Film zu Tränen rührt. Emotionen sind facettenreich: sie können auch Begeisterung wecken, faszinieren und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Und das sehen auch rational-denkende und klar-kalkulierende Geschäftsführer gern. Denn hinter jedem Unternehmensführer – und das scheint von Zeit zu Zeit in Vergessenheit zu geraten – steckt letzten Endes auch nur ein Mensch. Und auf die menschliche Wahrnehmung wirken trockene Fakten und Zahlen eben nicht sehr ansprechend.

Verstehen Sie mich nun bitte nicht falsch: Auch weiterhin sollte die überzeugende Qualität Ihres Produktes im Fokus stehen. Aber es schadet doch nicht, wenn dabei auch die Verpackung stimmt!

Zeit für einen Wandel?

Auch einige deutsche Mittelstandsunternehmen kann man sich mittlerweile zum Kreativvorbild nehmen. KWS Saatgut zum Beispiel. Das Unternehmen steht für eine traditionsreiche Mittelstandskarriere. Und obwohl die Marke seit über 150 Jahren den Markt mit Nutzpflanzen versorgt, hat sie sich in Zusammenarbeit mit der Agentur wob zu einem modernisierten und jungem Markenauftritt entschieden. Die neue Kampagne zeigt, dass sich der Mut zum Markenimage auch für BtoB-Unternehmen lohnt: Im Fokus der Anzeigenkampagne steht das kleine Wörtchen ‚Ich’. Durch Headlines wie „KWS und ich. Darauf ist Verlass.“ werden Landwirte auf eine persönliche Art und Weise angesprochen. Saatgut muss auch für Entscheider nicht mit trockenen Fakten und Zahlen präsentiert werden. Stattdessen wird das Produkt mit emotionalen Mehrwerten aufgeladen. Und das ohne dabei kitschig, übertrieben oder unpassend zu wirken.