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Im Visier: ArmedAngels

Von gewappneten Engeln und starken Marken:

ArmedAngels – Mit Mundpropaganda zum (Marken)Erfolg.

Martin Höfeler ist 32 Jahre alt, lebt in Köln und glaubt an Engel. Genauer gesagt an einen ganz bestimmten Engel. Es ist das ist das Markenlogo seines Kölner Modellabels armedangels. 2007 gründeten der ehemalige BWL-Student zusammen mit seinem Freund Anton Jurina das Unternehmen Social Fashion Company. Der Name verrät bereits: die Geschäftsidee soll Mode und soziale Verantwortung auf einen Nenner bringen. Denn die Jung-Unternehmer haben dabei keinen geringeren Ansporn als mit Mode die Welt zu verändern: ihre Social Fashion Revolution sagt Kinderarbeit, Ausbeutung und Umweltverschmutzung den Kampf an – und das im hippen Streetfashion-Outfit.

Was zunächst mit ersten T-Shirt-Entwürfen in einer Kölner Wohnung begann, kann bereits in 5 Jahren Unternehmensgeschichte auf eine ganze Reihe von Auszeichnungen zurückblicken. Unter anderem gewannen sie 2007 den Gründerwettbewerb der Wirtschaftswoche, 2012 den Transfair Award  und mit etwas Glück folgt Anfang Dezember der Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategien“. Mehr noch als all diese Preise, dürfte das Unternehmerduo jedoch die Botschaft freuen, die dahinter steht:

Der gewappnete Engel trifft genau ins Schwarze.

Mit Social Fashion trifft armedangels den Zeitgeist. Das Zauberwort des Markenerfolgs lautet dabei Corporate Social Responsibility. Der Begriff steht für den freiwilligen Beitrag, den ein Unternehmen zur nachhaltigen Entwicklung leistet. Und Höfeler und Jurina wollen einen großen Beitrag leisten: sie wollen nicht nur Klamotten verkaufen, sondern übernehmen dabei auch noch  soziale und ökologische Verantwortung. Diese Kombination aus freiwilligem Engagement und Modebewusstsein bildet die Unique Selling Proposition – also das einzigartige Nutzenversprechen von ArmedAngels. Doch ganz so einzigartig ist dieses Merkmal leider nicht, denn auch die ‚Großen’ wie beispielsweise C&A oder Peek&Cloppenburg haben mittlerweile die Sparte der Bio-Kleidung für sich entdeckt. Das Unternehmerduo dürfte diesem Trend zwiegespalten gegenüber stehen:

Eine gute Nachricht fürs Herz, eine schlechte fürs Geschäft.

Denn die Konkurrenz wächst nicht nur, sondern hat auch einen klaren Vorteil auf ihrer Seite. Die ArmedAngels-Produkte unterscheiden sich nämlich deutlich von Angeboten so manch anderer Textilmarken. Aber Nachhaltigkeit hat nun mal ihren Preis.

Und diese Prämisse gilt auch für das Unternehmen selbst. In der Öffentlichkeit tritt die Marke für höhere Ziele ein: statt nur ihre Ware verkaufen zu wollen, will sie ihre Zielgruppe zu einem sozialverantwortlicherem Kaufverhalten erziehen. Doch wer sich als Engel der Modewelt positionieren will, erhöht auch den Anspruch der Kunden. Es reicht nicht aus, dass das Markenimage nur ein bestimmtes Lebensgefühl vermittelt: Weltveränderer müssen authentisch und glaubwürdig wirken.

Auch die Zielgruppe muss an Engel glauben.

Für diese Glaubwürdigkeit ist es nicht ausreichend, dass die Produkte sowohl mit dem Fairtrade- als auch mit dem GOTS (Global Organic Textile Standard)-Gütesiegel ausgezeichnet sind. Auch der Markenkern muss nach diesem Prinzip geformt und umgesetzt werden: Er gibt die Richtung vor – und zwar in allen Marketing relevanten Fragen.

Im Falle ArmedAngel gilt jedoch, dass das Unternehmen nicht nur aus sozialer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht zu loben ist. Die Marke liefert ein Beispiel für erfolgreiche und authentische Markenführung.

Die Marke steht für ihre Kernwerte ein.

Und zu sozialverantwortlichen Kernwerten passt nun mal keine ausgefallene und schillernde Werbekampagne. Stattdessen  setzt die Marke auf prominente Gleichgesinnte. Testimonials, die sich auch für andere wohltätige Projekte einsetzen, wie beispielsweise Cosima Shiva Hagen, Thomas D oder Eva Padberg tragen das Label und fördern so die Bekanntheit. Doch man muss nicht im Rampenlicht stehen um ArmedAngels bewerben zu können: auf der Facebook-Homepage können überzeugte Käufer wiederum zu überzeugenden Verkäufern werden. Unter dem Stichwort Guerilla sind alle Fans des gewappneten Engels eingeladen, durch das Tragen des Markenlogos Werbung zu betreiben.

Im Fachjargon nennt man diese Strategie Inbound-Marketing.

Statt sich dem Kunden anzubiedern, setzt die Marke darauf gefunden zu werden. Und statt mit verführerischen Werbebotschaften zu verkaufen, will sie mit nützlichen Informationen überzeugen. Die Nähe zum Kunden ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Mittlerweile gibt es sogar eine eigene Community für die Markenfreunde. Und diese wortwörtliche Gemeinschaft zwischen Geschäftsführung und Kunde heißt auch, dass man Kritik aus Kundenreihen als Anregung nimmt, sich als  Unternehmen kontinuierlich zu verbessern und zu wachsen.

ArmedAngels überzeugt vor allem durch Offenheit und Ehrlichkeit. Auch wenn das vielleicht bedeuten mag, dass man vor dem Kunden eingesteht, das man als Marke nicht perfekt ist. Trotz der steigenden Nachfragen machen die Unternehmensgründer auf der Website darauf aufmerksam, dass die Produktpalette nicht weiterwachsen wird. Eben weil „jeder doch das tun soll, was er am besten kann“. Unserer Meinung nach: eine erfolgreich geführte Social Fashion Marke…